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VANITY - Mode/Fotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach
! Verlängert bis zum 1. April 2012 !

Vom 21. Oktober 2011 bis zum 1. April 2012 zeigt die Kunsthalle Wien in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach die Ausstellung "Vanity - Mode/Fotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach".

 

Mode ist Ausdruck von Idealen der Schönheit und gesellschaftlichem Wandel, expressives Spiel zwischen Zugehörigkeit und Distinktion. Ihre einzige Konstante ist der Wechsel in Permanenz. In dieser Welt des schönen Scheins wirkt die Modefotografie gleichzeitig antizipierend und historisierend: sie spiegelt den Wechsel, den sie erzeugt.

 

Mit der Ausstellung „Vanity – Mode/Fotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach“ widmet sich die Kunsthalle Wien im Rahmen des Fotografieschwerpunktes mit ca. 200 ausgewählten Werken aus der Sammlung F.C. Gundlach (Hamburg) dem Thema Fotografie und Mode. Für F.C. Gundlach ist die Modefotografie deutlichster Indikator gesellschaftlicher Verhältnisse: „Modefotografien sind immer Interpretationen und Inszenierungen. Sie reflektieren und visualisieren den Zeitgeist der Gegenwart und antizipieren denjenigen von morgen“, sagt er.

 

Die Ausstellung Vanity zeigt Fotografien seit dem Ende der 1920er Jahre bis heute, die sich dem inszenierten Bild der Kleidermode widmen: Von Cecil Beaton und George Hoyningen-Huene über Horst P. Horst und Irving Penn bis zu Richard Avedon und William Klein geht es um große Gesten und glamouröse Ideale. Das Augenmerk der Ausstellung liegt davon ausgehend auf formalen Gestaltungsaspekten, die ins abstrakt Grafische (bei Imre von Santho), Malerische (bei Sarah Moon) oder Skulpturale (bei George Hurrell) tendieren. Immer wieder zeigt die modefotografische Visualisierung von Glamour, Eleganz und Weiblichkeit den Einfluss zeitgleicher Kunstströmungen (wie bei F.C. Gundlach). Stellt die Modefotografie bis in die 1960er Jahre das Kleid in den Mittelpunkt, so antworten ab den 1970er Jahren junge Fotografen wie Guy Bourdin und Helmut Newton mit konzeptuellen Strategien der Mystifikation und der distanzierten Ironie. Die jüngsten Arbeiten in der Ausstellung nehmen wieder spielerischen Bezug auf die Objekthaftigkeit eines bei Armin Morbach jedoch untragbar gewordenen Kleides aus Stofftieren oder sie lassen bei Kristian Schuller die aufwändige Repräsentation ephemerer Kleidung als manieriert-postmodernes Zitat wirken. Fünf künstlerische Positionen tragen dem Credo der Sammlung F.C. Gundlach von der Intertextualität der Fotografie Rechung und konterkarieren subtil das Selbstverständnis der Fashionindustrie, darunter Wols mit dramatischen Aufnahmen von Kleiderpuppen auf der Weltausstellung in Paris 1937, Leon Levinstein mit Street Photography entstanden zwischen 1960 und 1980 in New York und San Francisco und Edgar Leciejewski mit einer Serie von Menschenbildern, die Google Streetview entnommen sind und Stellung nehmen zu Individualität und Öffentlichkeit in Zeiten von Internet und Social Network.

 

Der Titel „Vanity “ verweist auf Schönheit und Tod, auf Glücksversprechen und die Vergänglichkeit von Schein und Sein. Letztlich zeigt die Modefotografie als mediale Selbstdarstellung der Gesellschaft den Wandel des kulturellen Interesses vom Produkt zur Marke, zum Image, zum Event. Die Bedeutung von Zeitschriften und Magazinen, den Transmittern der Mode des 20. Jahrhunderts schlechthin, scheint angesichts von Fashionblogs und Livestreams internationaler Modenschauen im Verschwinden begriffen. Die musealisierte Form der Modefotografie bezeugt noch einmal die Mode als Prinzip der Wiederkehr in Permanenz.

 

Die Ausstellung wird begleitet durch Filme zu und von den vertretenen Fotografinnen und Fotografen sowie Materialien zur Geschichte des Modemagazins.

 

Mit Arbeiten von Richard Avedon, Lillian Bassman, Cecil Beaton, Sibylle Bergemann, Erwin Blumenfeld, Guy Bourdin, Louise Dahl-Wolfe, Hubs Flöter, Ralph Gibson, F.C. Gundlach, George Hoyningen-Huene, Horst P. Horst, George Hurrell, William Klein, Nick Knight, David Lachapelle, Zoe Leonard, Leon Levinstein, Peter Lindbergh, Gjon Mili, Sarah Moon, Armin Morbach, Helmut Newton, Irving Penn, Regina Relang, Imre von Santho, Kristian Schuller, Melvin Sokolsky, Deborah Turbeville, Wols und Yva.

 

KUNSTHALLE wien

Museumsplatz 1, 1070 Wien

Täglich 10 – 19 Uhr, Do 10 – 21 Uhr

Infoline +43-1-52189-33

www.kunsthallewien.at

 

Katalog: Vanity. Mode/Fotografie aus der Sammlung F.C. Gundlach

Hg. Kunsthalle Wien, Stiftung F.C. Gundlach

Mit Texten von Isabelle Azoulay, Synne Genzmer und Frédéric Monneyron und einem Interview mit F.C. Gundlach

Deutsch/Englisch, ca. 240 Seiten, ca. 200 Abbildungen; Verlag für moderne Kunst Nürnberg