Das fotografische Werk - Reportage

Bevor F.C. Gundlach 1953 endgültig ins Fach der Modefotografie wechselte, bewegte er sich vornehmlich auf dem Feld der Reportage, von der Homestory über Berichte von gesellschaftlichen Ereignissen bis zur Reisedokumentation.

 

Für Film und Frau zählte er 1953 noch zu den „aufstrebenden Talenten“. Der „begabte junge Stuttgarter“, hieß es zum Schluss eines Editorials, werde die Leser der Zeitschrift „auch weiterhin mit seinen lebendig gesehenen Reise-Reportagen unterhalten.“

 

Das Motiv der Reise jedoch blieb bestimmende Metapher für F.C. Gundlachs Leben und Werk. Auch auf seinen Mode-Location-Reisen für Film und Frau oder Brigitte richtete er seinen Sucher immer wieder en passant auf Land, Leute und Begebenheiten abseits der inszenierten Modewelten.

 

Paris war anfangs bevorzugtes Reiseziel, es folgten Europa und die Welt. Im Jahr 1956 reiste F.C. Gundlach nach New York und in die USA. Darauf waren Ägypten und der vordere Orient seine Ziele, unmittelbar danach Persien, Thailand, Kambodscha, Japan, Hongkong, Mittel- und Südamerika… Nach Angkor Wat flog er, als die Tempelstadt noch drohte, vom Dschungel statt vom modernen Massentourismus verschluckt zu werden. Eine Reportage über Hongkong porträtierte pointiert eine britische Kolonialstadt an der chinesischen Küste im Umbruch und steht stellvertretend für viele weitere Reportagen im Werk F.C. Gundlachs.